| Was Sie wissen sollten … |
| JH Reitsport - Sattellehre |
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Bei der Wahl des richtigen Sattels fällt neben der Gebrauchsbestimmung selbstverständlich der Anatomie des Pferdes eine herausragende Bedeutung zu, hier vor allem der Länge der Sattellage sowie der Höhe desWiderristes.
Die Sattellage beginnt gleich hinter der Schulter des Pferdes und endet über dem 18. Brustwirbel. Nur in diesem Bereich ist eine optimale Kombination von Einwirkungsmöglichkeit des Reiters und freiem Bewegungsablauf möglich. Der Schwerpunkt des Reiters liegt dabei über dem 12. und 13. Brustwirbel und wird durch den Sattel entsprechend nach vorne oder hinten verteilt (Siehe Grafik). Entscheidend für die Beschaffenheit der Sattellage sind außerdem die Größe und Ausrichtung der Dornfortsätze in diesem Bereich, vor allem denen des Widerristes, die aus der Muskulatur der übrigen Brustwirbel herausragen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist die Rücken‐ und Bauchmuskulatur keine tragende Muskulatur, sondern sie bewegt das Pferd. Aus diesem Grunde ist es auch so entscheidend, dass sie stets locker bleibt. Tragende Elemente beim Pferd sind vielmehr die Hals‐ und Nackenbänder.
Weiterhin von anatomischer Bedeutung für den Kauf eines passenden Sattels sind das Schulterblatt, das aufgrund einer erhöhten Empfindlichkeit durch den Sattel keinesfalls in der Bewegung gestört werden darf, die Länge und Linie des Rückens, der Rippenbogen, der Widerrist sowie der Halsansatz. Während die Rückenlänge die maximal mögliche Länge des Sattels bestimmt, beeinflusst die Rückenlinie die Formung des Sattels. Pferde oder Rassen mit kurzem Rücken sind dabei meist problematischer, vor allem dann wenn zudem das Größenverhältnis zum Reiter ungünstig ist. Eine gebogene Rückenlinie benötigt wiederum eine andere Besattelung als eine gerade. Der Rippenbogen definiert die Beschaffenheit des Sattels im Querschnitt sowie die Weite der Kammer. Dieser ist meist rassebedingt oval oder rund. Beim Widerrist bestimmen Form und Größe bzw. Länge und Höhe die Sattelfindung. Die Form des Sattels ist hier umso wichtiger, je länger der Widerrist ist. Bei Pferden oder Rassen mit hoher Aufrichtung des Halses ist es unabdingbar, dass der Sattelkopf genug Freiraum bietet. |


