| Interessantes rund um Sättel |
| JH Reitsport - Sattellehre |
Kleine SattelkundeHaben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum wir – zumindest für das etwas anspruchsvollere Reiten - fast alle einen Sattel benutzen? Neben den Gewohnheits-, Bequemlichkeits- und Sicherheitsaspekten kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt hinzu dessen sich auch manch erfahrener Reiter oder Reiterin oftmals nicht wirklich bewusst ist, nämlich ein anatomischer. Denn im Vergleich zu der punktuellen Belastung beim Reiten ohne Sattel wird das Reitergewicht mit Hilfe eines Sattels auf eine größere Fläche verteilt. Losgelassenheit, Elastizität, Schubkraft, Schwung sowie Selbsthaltung und Durchlässigkeit, all diese Faktoren hängen elementar von einem ungehindert schwingenden und starken Rücken sowie einer frei beweglichen Schulter des Pferdes ab. Zudem ermöglicht erst das Reiten mit einem Sattel eine von der Bewegung des Pferdes unabhängige Hilfengebung. Durch einen Sattel sollte die Lebensqualität und Arbeitsfreude des Pferdes verbessert, die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter/in unterstützt, sowie daraus resultierend die Freude und der Spaß an der gemeinsamen Arbeit optimiert werden. Leider ist dies in der reiterlichen Praxis nicht immer der Fall. Denn bis heute fallen immer wieder Pferde auf, bei denen der Sattel mehr oder weniger offensichtlich nicht richtig sitzt und den Pferderücken falsch belastet. Die Folgen: Druckstellen (weiße oder hellere Haare) oder Schwellungen. In anderen Fällen kommt es zu Verspannungen und zur Entwicklung einer Schonhaltung, die zu Überbelastungen, Abnutzungserscheinungen bis hin zu untaktmäßigen oder eingeschränkten Bewegungsabläufen und im schlimmsten Falle sogar zu Lahmheiten führen kann. Gar nicht zu sprechen von der mangelnden Arbeitsfreude des geplagten Vierbeiners… Oder wollten Sie mit einem schlecht sitzenden Rucksack Hochleistungen erbringen Und: erstaunlich viele Sättel passen nicht ganz richtig. Denn sollte sich der Sattel eigentlich der anatomischen Form des Pferderückens anpassen, wurde von vielen Herstellern lange Jahre im Gegenteil oft der Sitzkomfort des Reiters in den Mittelpunkt gestellt. Oder es wird mit einem nicht ganz passenden, aber vielleicht günstigen Sattel am falschen Ende gespart. Aber nicht nur das. Viele Reiter versäumen bei Veränderungen des Pferdes (z.B. Muskelauf oder -abbau) den Sattel auch richtig nachpolstern zu lassen. Ein Beispiel: manche Reiter geben bei einem Muskelaufbau im Bereich von Schulter und Rücken den Sattel zum Aufpolstern mit der Maßgabe, dass der Sattel hinten zu tief wird. Wird dies vom Fachmann nicht kontrolliert, wird hinten nachgepolstert anstatt die Kammer vorne zu weiten. Und der Kreislauf kann beginnen… Ein Anhaltspunkt: Beim korrekt sitzenden Sattel sollte das Pferd nach dem Reiten darunter gleichmäßig geschwitzt sein und keine Druckstellen ersichtlich sein. Fragen Sie bei Unsicherheiten jedoch besser frühzeitig einen Fachmann oder eine Fachfrau. Dies erspart nicht nur Ihrem Pferd in so manchen Fällen Bewegungseinschränkungen oder gar Schmerzen. Es schont auch Ihre Zeit und Ihre Nerven, und spart so manche (Tierarzt)Kosten! Sattelunterlagen sind im Übrigen bei einem korrekt sitzenden Sattel nur zum Schutz des Leders bzw. als Zierde gedacht! |
